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Förderung & Unterricht

Der Schulkindergarten der ALS

Der Schulkindergarten

Der Schulkindergarten der Albert-Liebmann-Schule ist ein Angebot zur Förderung schulpflichtiger Kinder. Nicht alle Kinder sind zu Beginn ihrer Schulpflicht bereits schulfähig. Im Schulkindergarten werden sie in ihrer Gesamtentwicklung und insbesondere gezielt im sprachlichen Bereich, gefördert.

Unser Ziel ist es, dass die Kinder eine altersentsprechende Entwicklungsstufe erreichen und erfolgreich am Unterricht einer ersten Klasse in der Regelschule oder in der Förderschule teilnehmen können. Die Förderung erfolgt mit sonderpädagogischen und fachspezifisch ausgerichteten Methoden in der Gesamtgruppe, in Kleingruppen oder auch in Einzelsituationen.

Wichtige Förderbereiche

  • Sprache, Mitteilungs- und Kontaktfähigkeit
  • Sozialverhalten und Persönlichkeitsentwicklung
  • Sinneswahrnehmung und Sinnesverarbeitung
  • Bewegung und Bewegungsabläufe
  • Arbeits- und Lernverhalten
  • Orientierung
  • Alltagswissen

Ganzheitlicher Ansatz

Die Förderschullehrkräfte betrachten die Kinder individuell und ganzheitlich. Um das zu erreichen, werden folgende Schwerpunkte berücksichtigt:

  • Gesamtpersönlichkeit des Kindes steht im Vordergrund
  • Förderangebote sind auf den individuellen Entwicklungsstand des Kindes abgestimmt
  • Kindern wird ein Lernumfeld geboten, in dem sie ein gesundes Selbstwertgefühl aufbauen können
  • Unterrichtsablauf ist bewusst stark strukturiert und in wiederkehrende Rituale eingebunden, um den Kindern Sicherheit und Halt zu geben
  • regelmäßiger Austausch zwischen Lehrkräften und Eltern

Strukturierter Unterricht

Im Unterricht wechseln sich visualisierte Arbeitsphasen mit angeleiteten und/oder offenen Spielphasen ab.

Es gibt aktuell folgende organisatorische Rahmenbedingungen:

  • maximal 14 Kinder pro Klasse
  • täglich 4 Unterrichtsstunden

Unterrichtskonzept im Schwerpunkt Sprache

Schon während der Kindergartenzeit zeigt sich häufig bei Kindern mit umfassenden sprachlichen Förderbedürfnissen, dass insbesondere in den ersten Schuljahren eine gezielte spezielle Förderung nötig sein wird.

Die Albert-Liebmann-Schule bietet Kindern, deren Förderbedarf vorrangig im Bereich Sprache liegt, eine gezielte Unterstützung durch eine integrierten Sprachförderung im Unterricht. Der Unterricht basiert auf der Eingangsdiagnostik und den individuellen Förderpläne, die fortgeschrieben werden.

Die dabei erworbenen sprachlichen Kompetenzen und Lern- und Handlungsstrategien müssen in neuen Sachzusammenhängen und Lernsituationen erprobt, variiert, gesichert und erweitert werden.

In Schule und Unterricht sind für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf im Schwerpunkt Sprache Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine erfolgreiche Kommunikation für alle Beteiligten ermöglichen und sprachliches Lernen begünstigen.

Insbesondere bei Kindern mit sprachlichen Förderbedürfnissen ist ein besonderes Augenmerk auf den Schriftspracherwerb zu legen. Eine differenzierte regelgerechte Vorgehensweise bei der Vermittlung der Schriftsprache ist dabei von hoher Bedeutung. Besondere Schwerpunkte sind dabei:

Unabhängig vom Ort der Förderung sind im Unterricht mit dem Förderschwerpunkt Sprache insbesondere folgende Prinzipien zu beachten:

  • Bestimmung und Berücksichtigung individueller Sprachförderziele
  • Orientierung an handlungsorientierten Unterrichtsinhalten
  • Strukturierung und Rhythmisierung des Unterrichts

  • Einbeziehung personeller Gegebenheiten

  • Beachtung der Raumakustik
  • Einbeziehung spezifischer Förderbedingungen wie Sportförderunterricht, Förderung der auditiven und visuellen Wahrnehmung, Lese-Rechtschreib-förderung
  • Einbeziehung rhythmisch-musikalischer Elemente
  • Einsatz der Techniken des Modellierens wie Präsentation, Expansion und Extension

  • Einbeziehung der Vielfalt sprachlicher Funktionen wie Dialogführung, Diskurs, Erzählen, Erklären, Konfliktregelung, Präsentation und Rollenspiel
  • Visualisierungshilfen
  • Einsatz sprachbegleitender Zeichen beim Leselernprozess
  • Berücksichtigung lautsprachlicher Bedingungen beim Schriftspracherwerb

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schüler*innen und den immanenten sprachlichen Anforderungen der Unterrichtsgegenstände ist Voraussetzung dafür, dass die Schüler*innen die jeweiligen Lernsituationen und Lerninhalte sprachlich bewältigen.

Darüber hinaus muss der Unterricht einen hohen Aufforderungscharakter für die Schüler*innen haben, sprachhandelnd tätig zu werden. Verstehen und Sprachgebrauch werden durch das Bedürfnis nach Entdeckung, Eigentätigkeit und Sinnfindung angestoßen und bestimmt.

Die aus der Sache begründeten Anlässe und Notwendigkeiten zur Versprachlichung, zur spontanen Mitteilung von Entdecktem, zur gegenseitigen Abstimmung und Zusammenarbeit, können für Schüler*innen eine Herausforderung darstellen, Sprache handlungsbegleitend und zugleich handlungsleitend zu verwenden. Der Unterricht soll dazu ermutigen, Sprache unter fachlicher Begleitung nach Inhalt und Form eigentätig zu gebrauchen und zu verinnerlichen.

Ein sprachliches Vorbild, ein kindgemäßes sprachliches Umfeld, die Gestaltung einer anregenden kommunikativen Atmosphäre, sprachliche und nicht sprachliche Impulse zur Sprachanregung, das gegenseitige Zuhören und Verstehen und die inhaltliche Absicherung des Unterrichtsgegenstandes stellen dabei förderliche Bedingungen dar.

Es sind Sprechanlässe zu schaffen und zu gestalten, z.B. durch Beobachtungshinweise, Anregungen zu Vermutungen, Angebote von Aufgaben und Problemstellungen, die unter Einsatz sprachlicher Mittel sowie durch Partnerarbeit, Unterrichtsgespräche, Erzählen, Berichten und Rollenspiele gelöst werden können. Im pädagogischen Dialog stehen hierbei das vertrauensvolle Miteinandersprechen und das aktive Mitgestalten im Vordergrund. So wird es möglich, sprachliche Strukturen zu verdeutlichen und sprachliches Lernen zu unterstützen. Die Zeitanteile, in denen die Schüler*innen sprachlich tätig sind, müssen stetig zunehmen.

Die Inhalte des Unterrichts sind vorgegeben durch die Rahmenrichtlinien für die Regelschulen. Alle Inhalte sind somit vergleichbar. Unterschiede gibt es lediglich in der Ausweitung oder anders gesagt in Bezug auf das Quantum der zu vermittelnden Lerninhalte. Hier bestehen an der Albert-Liebmann-Schule ausgearbeitete Minimalkataloge, die das Wesentliche der einzelnen Lehrgänge enthalten, – und somit Vergleichbarkeit garantieren – die aber quantitativ reduziert angeboten werden müssen, um die „besondere Förderung“ zeitlich und mengenmäßig gewährleisten zu können.

Diese Minimalkataloge basieren auf den Beschlüssen der einzelnen Fachkonferenzen und berücksichtigen dabei die sonderpädagogischen Grundsätze, nach denen die Lehr- und Lerninhalte aufbereitet werden müssen: Lebensunmittelbarkeit, Ganzheitlichkeit, Selbsttätigkeit, Individualisierung, Soziales Lernen, Übung.

Alle Inhalte orientieren sich an den Rahmenrichtlinien der allgemeinbildenen Schule. Hinzu kommt aber der Hauptbestandteil eines „Förderzentrums Sprache“ mit dem Ziel der Minderung oder gar Behebung der Schwierigkeiten im sprachlichen Bereich, die in folgenden Bereichen liegen können:

  • phonetisch-phonologische Sprachebene (Artikulation, Rhinolalie aperta/clausa)
  • morpho-syntaktische Sprachebene (Grammatik)
  • semantisch-lexikatische Ebene (Wortschatz)
  • pragma-kommunikative Sprachebene (Kommunikation, Mutismus)
  • Autismus
  • organisch bedingte Sprachauffälligkeiten

Eine Einzelförderung ist in Folge bildungspolitisch bedingter, zahlreicher Einsparungen nur noch im Rahmen von Förderbändern im Schulkonzept enthalten.

Folglich ist die zu leistende Arbeit im wesentlichem im Unterricht durchzuführen und zwar mittels der integrierten Sprachförderung.

Integrierte Sprachförderung im Unterricht

Bei ständig knapper werdenden Lehrerstunden wird es innerhalb der Schule zunehmend seltener möglich, Kleingruppen oder gar Einzeltherapie für sprachbeeinträchtigte Schüler*innen anzubieten. Die notwendigen sprachförderlichen Maßnahmen müssen mit den Unterrichtsinhalten verknüpft werden.

Ausgangspunkt ist die Analyse der sprachlichen Entwicklungsstände der Schüler*innen. Im Wesentlichen sind vier Bereiche zu beachten, die zu betrachten und dann bei der Unterrichtsplanung zu berücksichtigen sind.

  • Artikulation

Auf welchen Lautbestand kann ich mich stützen, welche Laute müssen zur Übung angeboten werden, in welchen Wörtern meines Unterrichtsinhaltes kommen sie vor?

  • Grammatik

Welche Strukturen sind vorhanden? Welche syntaktischen Konstruktionen werden sicher verstanden? Welche können gebildet werden? Welche Struktur ist die nächste Entwicklungsstufe, die ich durch Fragen provozieren kann? In welchen Bereichen der Morphologie kann ich ansetzen?

  • Semantik

Welche zentralen Wörter tragen meinen Unterricht? Kennen die Schüler*innen diese Wörter? Bietet sich im Unterricht eher Wortschatzerweiterung oder Begriffsbildung an?

  • Kommunikation

Welche sprachlichen Handlungsstrategien müssen die Schüler*innen erwerben, um Kommunikation zu gewährleisten?

Für interessierte Eltern, gibt es im Laufe der  4. Klasse einen Informationsabend zum Übergang in den SEK I–Bereich.

Darüber hinaus ergibt sich noch eine Fülle an „dezenten“ Maßnahmen, die mit einzelnen Kindern verabredet werden können, wie Fingerzeichen, phonomimische oder Gebärdenzeichen.

In der Regel ist es sinnvoll, die Unterrichtsstunde entsprechend der Maßgaben der Fachdidaktik zu planen, meist ergeben sich die sprachlichen Förderschwerpunkte dann von allein, denn gesprochen wird immer. Zur Sprachförderung werden mündliche Phasen aber erst durch gezielte, z. T. auch individuelle Vertiefung.

Jede Lehrkraft ist gehalten, ihre Unterrichtsinhalte so aufzubereiten, dass die Schüler*innen vom Unterrichtsinhalt erreicht werden. Hinzu kommt, jedem einzelnen Schüler*innen eine für seine Auffälligkeit spezifische Hilfe anzubieten, den Unterrichtsinhalt zu verstehen und lernen zu können. Dies erfordert nicht nur ein hohes Maß an pädagogischem Geschick, sondern auch eine detaillierte Planung und Aufbereitung des Unterrichtsstoffes.

Eine weitere Schwierigkeit stellt sich in der Besonderheit der Sekundärauffälligkeiten nahezu eines jeden Kindes dar. Hier sind besondere Fähigkeiten der Pädagogen gefragt. Besteht pädagogischer Förderbedarf auch in den Bereichen sozial-emotionaler Entwicklung und/oder Lernen sind weitere differenzierte Angebote notwendig.

In einem ausgearbeiteten System wurde daher an unserer Schule das so genannte Förderbandkonzept entwickelt. Mit diesem Förderansatz wird versucht, einen Teil des notwendigen speziellen Förderbedarfs der einzelnen Kinder zusätzlich zu unterstützen.

Förderschwerpunkt Sprache im SEK-I-Bereich

Die Sprachstörungen aus dem Primarbereich sind häufig persistierend und können den weiteren schulischen Werdegang beeinflussen und bis ins Erwachsenenalter überdauern.

Die persistierenden Sprachauffälligkeiten im SEK I Bereich sind häufig nicht mehr „hörbar“.

Betroffen sind meistens keine Aussprachstörungen mehr, sondern es überwiegen Auffälligkeiten auf der semantisch – lexikalischen Ebene (Wortspeicherung, Wortfindung, Sprachverständnis, Wortschatz), auf der syntaktisch – morphologischen Ebene (Erweiterung der Satzlänge, Gestaltung komplexere Satzstrukturen) sowie auf der pragmatisch – kommunikativen Ebene (z. B. Gedanken, Lösungsideen adressatenbezogen und gut verständlich mitzuteilen, verbales und schriftsprachliches Ausdrucksvermögen).

Auffälligkeiten können sich zudem noch in der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung, im Redefluss sowie bei den orofazialen Funktionen (Mundmuskulatur) zeigen.

Im SEK I Bereich sind somit weiterhin die tieferliegenden Sprachverarbeitungsprozesse betroffen, die sich ebenfalls in der Schriftsprache widerspiegeln.

Für den Unterricht bedeutet das:

  • eine gut strukturierte Unterrichtsgestaltung
  • Erweiterung des Wortschatzes und Verbesserung des Wortabrufs durch:
  • häufiges Fragen nach Wortbedeutungen, Lehrkraft ermuntert und lobt Schüler*innen, wenn diese nachfragen
  • visualisierte und hochfrequentiert angebotene Fachbegriffe
  • Anbieten neuer Wörter in semantischen Feldern
  • Verständnissicherung durch Nachfragen sichern
  • anbieten zusätzlicher Erklärungen
  • anfertigen von Glossaren zu Themen
  • individuelle Wortschatzhefte der Schüler*innen
  • häufige Wiederholungsphasen
  • Lehrersprache
  • klar und verständlich
  • Wichtiges/ zu Übendes sprachlich hervorheben z. B. Wortendungen
  • Satzkonstruktionen verwenden, die dem sprachlichen Niveau der Schüler*innen entsprechen
  • komplexe Satzstrukturen wiederholt erklären und visualisieren z. B. Passivsätze
  • Textoptimierungen
  • Individuelle Rechtschreibhilfen anbieten

  • Reflexionsgespräche über das Sprechen, die Sprache führen

Für Schüler*innen mit überdauernden sprachlichen Beeinträchtigungen kann nur ein sprachsensibler Unterricht in allen Fächern dazu beitragen, dass die Schüler*innen sich in ihrem sprachlichen Ausdrucksvermögen weiterentwickeln können.

Das Fach Englisch im Bereich Sprache

Englisch im Primarbereich (3.- 4. Klasse)

Im Primarbereich werden erste Kenntnisse im Fach Englisch spielerisch vermittelt.

Durch Klassen-Rituale und Wiederholungen wird der Wortschatz aktiviert und gefestigt. Die ganzheitliche Sprachlernmethode TPR (Total Physical Response nach Asher) hilft der Schülerschaft beim Abspeichern der Sprache und erhöht den Lernerfolg.

Im Vordergrund des Englischunterrichts im Primarbereich stehen die Kompetenzen:

  • Hör- und Sehverständnis
  • Sprechen
  • Wortschatz
  • Sprachmittlung

Darüber hinaus werden die Kompetenzen Leseverständnis und Schreiben angebahnt.

 

Englisch im Sekundarbereich I (5.-10. Klasse)

An der weiterführenden Schulform wir das Fach Englisch weiter vertieft und um den Bereich der Grammatik erweitert. Die Schülerschaft bereitet sich in Klasse 6., 8. und 10. auf eine Sprechprüfung vor und legt sie in einer Tandemprüfung ab. In Klasse 10 findet die Kommunikationsprüfung im Rahmen des Abschlusses statt. Wir bereiten die Schülerschaft in folgenden Bereichen darauf vor:

  • Hör- und Sehverständnis
  • Leseverständnis
  • Sprechen
  • Schreiben
  • Sprachmittlung
  • Wortschatz
  • Grammatik

Die Schülerschaft wird entsprechend der Vorgaben der Hauptschule unterrichtet und auf den Hauptschulabschluss in Klasse neun und/oder zehn vorbereitet. Bei der Vermittlung der Inhalte stehen jedoch immer die besonderen Bedürfnisse unserer Schülerschaft im Vordergrund. Die Inhalte und die Didaktik (Pädagogik) sind daher auf den Förderschwerpunkt Sprache abgestimmt.

Förderkonzepte

Vielleicht hat Ihnen der Kindergarten oder Ihre logopädische Praxis oder auch die zuständige Grundschule unsere Schule empfohlen? Dann kommen Sie zunächst zu einem Beratungsgespräch zu uns.

Berufliche Bildung

Unsere Schule nimmt am Präventionsprogramm fit4future Kids für Grund- und Förderschulen teil. Hier lernen die Kinder, wie Bewegung, Ernährung, Brainfitness und die Schule Spaß machen können.

Digitalisierung

Die Albert-Liebmann – Schule ist seit vielen Jahren in Folge ausgezeichnet als anerkannte Umweltschule in Europa.
Seit Oktober 2012 darf die Albert – Liebmann – Schule sich 
Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage nennen.